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About me
 


Die pulsierende Begegnung von innerer und äusserer Welt haben mich in meinem beruflichen und privaten Leben immer fasziniert. Im professionellen wie auch im kreativen Schreiben beschäftige ich mich mit dem Ringen statischer und dynamischer Kräfte, mit den Grenz-setzungen, -verlusten, -definitionen. 


Der Text, den ich schreibe:
ist immer werdend, nie erstellt, es wird gebaut, hinzugefügt, abgerissen.
Ich habe beim Schreiben immer eine Gestalt vor Augen, eine Fühl-Gestalt, eine Körper-Gestalt.
Ich schreibe um dieser Gestalt willen, die lebt,
schreibe, um mich zu be-wältigen, ES zu bewältigen.
Ich bemühe mich also, offen zu legen, in den Vordergrund zu stellen, fühl-, sicht-, und erlebbar zu machen -
die Gestalt, das was sie tut, wie sie ist, wie sie sich bewegt, in-e-motion.
An der Begegnungslinie zwischen mir und der Gestalt entscheidet sich, entscheide ich fortwährend über meinen Bezug zu ihr.
Ich erlebe die Gestalt, taste und fühle die Gestalt, Sprache ist ein Hilfsmittel.
Ich versuche eine Brücke zu schlagen - zur Gestalt, zum anderen, zu mir, schreibend.
Ich schreibe nur dann, wenn ich be-wegt bin, es ist nicht leicht, bewegt zu sein.
Ich lasse mich schreibend tragen, fühle und gestalte die Gestalt, die ich schreibe
Während ich vor einigen Tagen schrieb, tanzte ich.
Visuelle Eindrücke drängen sich mir unablässig beim Schreiben auf.

So wurde mir bei der Zusammenstellung der Texte für ein Buch bald klar, dass ich ein visuelles, gegenständliches Gegenüber brauche, um den ästhetischen Raum zu füllen, um auch hier einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Mit Frank Herbst verbindet mich eine tiefste Freundschaft, die uns hinreichend Möglichkeiten gab und gibt, uns an Schwellenwerten immer wieder neu zu versuchen, uns gemeinsam in grenzüberschreitende Erfahrungen zu verstricken.

Seine Bilder haben mir immer diese besonderen inneren Räume zugänglich gemacht, die sich nur im weiten Winkel erschliessen. In seinen Bildern finde ich meine intimsten Beweg-Gründe, scheinbar beiläufig führt er vor Augen, was ich im Zentrum meines Blickfeldes nicht finden kann.

In unserem Projekt lassen wir diese Bildkörper und Körperbilder miteinander kommunizieren, um der Gestalt willen, die lebt und bebt. Wir wollen in keiner Weise illustrieren, das sichtbare ist nicht unser Thema, sondern das un-schein-bare. Es sind die Gesten, die Andeutungen und das Periphere, das Be-Deutung schafft.

Es ist die Lust am Spiel mit Wort und Bild, die wir teilen wollen.

Leutner Verlag Berlin  2007 


Textbeispiele:


Lyrik-Auswahl FR.doc

Biographie-Lyrikband.doc